Bernd Strauch | Ergänztes und neu sortiertes Dialektwörterbuch
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Seit Ende November 2011 bestehen meine Heimatseiten im Internet. Das veröffentlichte die Gießener Presse wenige Tage später. Zur weiteren Bekanntmachung meiner Internetseiten erfolgt eine Versendung von Anschreiben auf dem Postweg an Vereine und Einzelpersonen.

Als Sohn Gießener Eltern wurde ich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges an der Fulda im Schlitzer Land geboren. Aufgewachsen in Gießen, war und ist für mich die neuhessische Stadtsprache in älterer Sprechweise der heimatliche Dialekt aus Kindheitstagen. Ländliches Oberhessisch gibt es im Stadtgebiet nur in den eingemeindeten Vororten.

Die alemannische Regionalsprache des Aargaus war mein erster intensiver Kontakt zu einer fremden Mundart in der Jugendzeit. Für mich bestand als Dialektsprecher nie ein Problem darin, diese Sprachform mit ihren erhalten gebliebenen lautlichen Besonderheiten der alten Basisdialekte in kurzer Zeit soweit zu erlernen, dass ich sie wenigstens verstehen konnte.

Mitte der Sechzigerjahre fiel mir ein im Buchhandel erhältliches Büchlein mit Wetterauer Gedichten auf. Mit Hilfe der darin enthaltenen Schreibweisen versuchte ich als damals Unkundiger der ländlichen Volkssprache vergebens, die Laute der Mundart nachzuahmen. Die traditionelle Laienschreibung war und ist wirklich keine Lautschrift. Ersten Zugang zur Dialektologie verschaffte mir das Taschenbuch "dtv-Atlas zur deutschen Sprache" von 1978.

In meinem 38. Lebensjahr legte ich die Prüfung der allgemeinen Hochschulreife am hiesigen Abendgymnasium für Berufstätige ab. Da Ingenieurtätigkeiten schon zu diesem Zeitpunkt mein Arbeitsgebiet als Techn. Angestellter beim Stadtvermessungsamt Gießen ausmachten, erübrigte sich ein Studium zur Erlangung der formalen Qualifikation. Laufbahnrechtlich und altersbedingt war eine Übernahme ins Beamtenverhältnis nicht angeraten.

Um 1983 rückte die oberhess. Volkssprache näher ins Blickfeld. Mein Kollege Horst Neuhaus aus Krofdorf meinte zu mir, dass es ratsam wäre, die auf dem Lande überlieferte Mundart lautschriftlich aufzuzeichnen. Die Grundlagen des neuen Schreibverfahrens wurden in meiner Freizeit entwickelt. 1985 folgte die Erfassung des Dialektes in Rödgen. Nach der Auswertung begann die Reinschrift, die aber ab 1989 ruhte.

Die Euphorie der sog. Mundartwelle umging das Problem der lautschriftlichen Wiedergabe. Das führte zur Fehleinschätzung von Heimatkundlern, die glaubten, dass die angestammte Mundart in Mittelhessen durch ein Wiederaufleben traditioneller Mundart-Literatur gerettet sei. In Wirklichkeit müssen die lautschriftlichen Aufzeichnungen eine akustisch einwandfreie sprachliche Reproduktion durch Berufssprecher ermöglichen.

Nach dem Abflauen der Mundartwelle, aber noch während meiner Zeit als Alleinerziehender, erschien 2001 das Erstlingswerk, ein Jahr später die Kurzausgabe. 2005 vollendete ich mein Taschenwörterbuch (ISBN 3-935584-02-4) mit einer verbesserten phonetisch orientierten Dialektschreibung. Deren weiterentwickelte Form zur schriftlichen Wiedergabe gesprochener Mundarten einschließlich der zusätzlichen Angabe in Internationaler Lautschrift findet auf den von mir eingerichteten Heimatseiten im Internet Verwendung. Mein Selbstverlag besteht heute nicht mehr.

Dialektologie ist die Wissenschaft von den Dialekten. Neue fachliche Erkenntnisse auf dem Gebiet der Mundartkunde sollten der allgemeinen Nutzung in der Sprachwirklichkeit dienen. Dazu zählt auch die praxisbezogene Anwendung zur Weitervermittlung von oberhessischen Sprachkenntnissen unter den schwierigen Bedingungen für Dialekte in der heutigen Zeit.

Ich bin Mitglied in der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen sowie im Verein Deutsche Sprache.

Private Institutionen bieten regionalsprachlichen Unterricht an. Diesen gibt es auf freiwilliger Basis in Schleswig-Holstein und in anderen Bundesländern. Nordfriesisch wird schon lange unterrichtet, Niederdeutsch nur hier und da in Norddeutschland; Süderjütisch soll folgen. Hamburg führte Plattdeutsch als neues Schulfach ein. Deshalb kommt auch hier in Hessen die Frage auf, ob und in welcher Form regionale Sprachkenntnisse weitergegeben werden können. Mit einer widersprüchlichen Laienschreibung ist das nicht zu machen.

Wenn hessische Dialektkenntnisse durch Heimatvereine oder in der Schule vermittelt werden sollen, bedarf es einer vorherigen lautschriftlichen Dokumentation der in Frage kommenden Sprachformen. Im Vereinsleben verdiente mittelhess. Heimatkundler versuchen seit langem, die aus dem frühen 19. Jahrhundert stammende veraltete Mundartschreibung als schulfähig darzustellen. Nicht irgendwelche regellosen Schreibversuche ohne lautschriftlichen Charakter und ohne schriftsprachliche Verknüpfung sind das erhaltenswerte Kulturgut, sondern die von Originalsprechern gesprochenen Grundmundarten in authentischer Sprechweise.

Traditionelle Wortgeografen fühlen sich nicht zuständig für eine aktive Dialektpflege. In ihrer Rolle als passive Beobachter steht bei ihnen die Dokumentation im Vordergrund. Was damit im Einzelnen gemeint ist, bestimmen die in der Dialektologie tätigen Germanisten selbst. Da jüngere Dialektologen oft keinen Bezug zu den alten Basisdialekten finden können, gelten die regionalen Varianten der deutschen Standardsprache heute als Objekt der bundesdeutschen Dialektforschung.





 

Bernd Strauch


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